Kiwix Jahresbericht 2018

Erfolg ist wie ein Blitzschlag

Wenn es Dich mehr als einmal trifft, dann muss es etwas Besonderes an Dir geben.

Viele gute Dinge sind uns im Jahr 2017 widerfahren, als wir Kiwix offiziell gestartet haben. Das Jahr 2018 war sogar noch besser. Im Frühling haben wir die erste Version des Hotspot Installers veröffentlicht. Im Sommer sind wir eine offizielle Partnerschaft mit der Wikimedia Foundation eingegangen. Und im Herbst haben wir die erste Beta-Version von Kiwix für den Desktop veröffentlicht, welche das aktualisierte ZIM-Format vollständig unterstützt. Ach ja: Und wir wurden eingeladen, unseren jährlichen Hackathon im Zürcher Google-Office durchzuführen, was sehr schön war.

Zu sehen, wie gut sich Kiwix im 2018 entwickelt hat, ist uns ein Ansporn, es weiter zu verbesseren. Und zwar ganz wesentlich zu verbessern. Trotz allem Gerede über neue Technologien und Disruption (was immer das bedeuten mag): Tatsache ist, dass immer noch über 4 Milliarden Menschen keinen angemessenen Zugang zum Internet haben.

2018 wird als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem Kiwix eine aktualisierte Software-Palette für alle Plattformen präsentiert hat.

Und unser Versprechen für das nächste Jahr ist: Wir werden unseren Fokus von der Verpackung auf die Inhalte verlagern, um das Speichern und Teilen von Inhalten sowie das Lernen für alle und überall zu vereinfachen.

Neuigkeiten

Viele Neuigkeiten

Es gibt zwei Arten von Entwicklungen: Solche, die wir sehen können, wie z.B. neue Apps, neue Funktionen oder neue Inhalte. Und solche, welche schwieriger auszumachen sind, wie z.B. Entwickler-Tools, neue Server oder neue Software-Komponenten. Wir freuen uns, dass wir dieses Jahr in beiden Bereichen gute Fortschritte gemacht haben:

  • Kiwix 2.4 für Android mit einer neuen Benutzeroberfläche und einer neuen Suchfunktion
  • Kiwix 2.0 (beta) für den Desktop (Windows/Linux)
  • ein verbessertes, vorindexiertes ZIM-Dateiformat für MediaWiki-Inhalte
  • a desktop-baserter Hotspot Installer
  • ein erster Versuch mit MOOCs, den Massive Open Online Courses, die man somit auch offline nutzen kann
  • Alle unsere Customs Apps wurden aktualisiert, und wir haben nun 14 solche Apps in zehn Sprachen

Und nicht zuletzt haben wir – dank einer Spende der Orange Foundation – unsere auf dem Raspberry Pi basierende Lösung verbessert, welche Menschen hilft, ihr eigenes lokales WiFi-Netzwerk mit Internet-Inhalten zu betreiben

Es ist nun wesentlich einfacher, Kiwix als lokalen Hotspot zu betreiben.

Hinter den Kulissen

Erwähnenswerte Verbesserungen im Backend betreffen zimlib und zimwriterfs (die Tools, welche die Inhaltspakete generieren), ein verbesserter YouTube Scraper (um mehr Videos zu erfassen) und die Volltext-Integration in zimfiles. Einem Nicht-Techniker mag dies wenig sagen, aber es war ein grosser Aufwand.

Kontakte knüpfen

Im Juli haben wir eine Partnerschaft mit der Wikimedia Foundation unterschrieben, welche es uns ermöglicht, das Kiwix-Ökosystem auf eine stabilere Basis zu stellen, weil wir so die Kosten für Server, Hosting, Entwicklung etc. finanzieren können. Im Rahmen dieser Partnerschaft haben wir uns verpflichtet, die Wikipedia an Orten mit eingeschränktem Internet-Zugang besser verfügbar zu machen. Erste Resultate sollten bereits im Frühling 2019 sichtbar werden.

«Die Studierenden nutzen Kiwix auf ihren Mobiltelefonen, um Inhalte offline zu nutzen, weil der Mobilfunk-Anbieter keinen Internet-Zugang anbietet […] [Kiwix] ist ein willkommener Leuchtturm in der Dunkelheit, wo es sonst keinerlei Licht gibt.»

Dies ist eine Nachricht aus Eritrea

Wo unsere Server überraschenderweise keine Downloads verzeichnen. In Asmara verkaufen die Menschen offenbar Kiwix und ZIM-Dateien für einen Dollar. Alles offline. Gemäss unserer Kontaktperson vor Ort wird Kiwix von allen Studierenden genutzt, weil es kostenlos ist und zudem aktueller als alte Bücher.

Kennzahlen

Unsere Nutzungszahlen steigen.

Und sie steigen stetig. Die steigenden Download-Zahlen bei den Desktop-Versionen zeigen einerseits unserer bessere Bekanntheit, andererseits die wachsende Nachfrage nach offline zugänglichen Inhalten.

Eine andere interessante Erkenntnis ist, dass sich die Nutzung der einzelnen Plattformen von Land zu Land unterscheidet. Allgemein gesprochen werden Mobile-Plattformen insbesondere in Indien und Asien intensiv genutzt.

Kiwix ist 2018 über 1 Million Mal heruntergeladen worden, und zwar aus insgesamt 202 verschiedenen Ländern bzw. Territorien (inklusive Vatikan und Antarktis). 80 Prozent der Download-Anfragen stammen von der Südhalbkugel.

100

Wir bieten Inhalte in 100 Sprachen an.

80%

80 Prozent der Download-Anfragen stammen von der Südhalbkugel

1000

Wir bieten über 1’000 Inhaltspakete zum kostenlosen Download an.

Wie geht es weiter?

Ein stärkeres Kiwix

Kiwix hat eine kritische Grösse erreicht: Mit sechs verschiedenen Plattformen, die wir unterhalten, und Dutzenden Applikationen in der Entwicklung müssen wir Prioritäten setzen, wie wir unsere Ressourcen einsetzen.

Wir haben Mitarbeiter eingestellt, die uns bei der Entwicklung unterstützen. Dies wurde auch deshalb möglich, weil wir unsere Software nun in verschiedene Komponenten unterteilt haben, welche separat weiterentwickelt werden können. Dank zusätzlichen Servern sollten wir auch das kontinuierliche Wachstum unserer Benutzerbasis problemlos bewältigen können.

Ein besseres Kiwix

Wir werden auch in Zukunft neue Inhalte anbieten – sei es durch unsere Partnerschaften, sei es, indem wir neue Features ausrollen. Wir hoffen, dass wir die Unterschiede zwischen Online- und Offline-Nutzung zunehmend geringer machen können.

Ganz konkret kann dies beispielsweise bedeuten, dass wir es einfacher machen wollen, einen Kiwix Hotspot einzurichten. Oder dass wir die Dateien verkleinern wollen, damit sie einfacher heruntergeladen werden können.

Mehr Kiwix

Die wichtigsten Meilensteine für das nächste Jahr sind der Rollout von themenspezifischen Inhalten (etwa einer Fussball-Wikipedia), die Fertigstellung der MOOCs sowie die Veröffentlichung von Zimfarm, um Inhalts-Updates häufiger und automatisiert durchführen zu können.

2018 in einer Infografik

Ein spezieller Dank geht an: